Backways Volume 1: All the forgotten Things

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© Aftershock

Fakten

Comic: Backways Vol. 1: All the forgotten Things
Autor: Justin Jordan
Künstlerin: Eleonora Carlini
Koloristin: Silvia Tidei
Verlag: Aftershock Comics
Seiten: 120
Sprache: Englisch
Lesezeit: ca. 70 Minuten
Format: 16,5 x 0,8 x 25,7 cm
Erschienen: 14.08.18
Preis: 14,30 € (affiliate Link, Stand: 11.12.18)

Handlung

Anna Merrick ist auf der Suche nach ihrer verschwundenen Freundin Sylvia. Als sie das Zimmer der vermissten durchsucht entdeckt sie an einer Schranktür ein mysteriöses kleines Symbol – und hinter der Tür einen Raum, der dort nicht sein dürfte. So stolpert Anna in die Backways, eine magische Parallelwelt zusammengesetzt aus all den vergessenen, versteckten und verlorenen Winkeln unserer Realität und bevölkert von den seltsamsten Kreaturen. Auf der Suche nach Sylvia verursacht Anna jede Menge Chaos in den Backways und wird von einer Suchenden zur Gejagten…

Kurzreview

Nachdem ich mir vor kurzem meinen ersten Vault Comic angeschaut habe folgte nun mit Backways Vol 1 mein erstes Aftershock Paperback. Gelockt hatten mich das Thema und die schicke Optik. Kann der erste Band die Neugier stillen?
Er kann! Dafür sorgt vor allem das interessante Konzept der Backways und ihrer Bewohner mit den verschiedenen „Knacks“. Diese… Parallelwelt mit ihren Regeln und Eigenheiten ist zwar sehr spannend kann zu Beginn aber ein wenig überfordern. Eigentlich ist das ganz passend, denn der Leser wird wie Hauptfigur Anna Merrick völlig unvorbereitet in die Geschichte und somit in die Backways hineingeworfen. Doch glücklicherweise trifft die junge Frau auf die mysteriöse Coyote Bones, die sie rettet, an die Hand nimmt und ihr das wichtigste erklärt. So erfährt schließlich auch der Leser im zweiten Kapitel wie alles funktioniert. Und das macht definitiv Lust auf mehr!
Die Idee der Backways finde ich persönlich ziemlich cool. Denn sie sind „All the hidden Places, the forgotten Places, sewn together in a Nation of our own Design. This is where Magic lives. Where People with Knacks can bend the World.” wie Coyote Bones sie beschreibt. Der zweite wichtige Bestandteil der Welt hinter den Türen sind die erwähnten “Knacks”. Es gibt insgesamt fünf verschiedene von diesen besonderen Fähigkeiten und jeder Bewohnter der Backways beherrscht genau eine – keine mehr, keine weniger. So gibt es etwa die Wanderer, die neue Türen öffnen und so verschiedene Abschnitte der Backways miteinander oder die Backways und die „reale“ Welt verbinden können. Oder die Verformer (Warpers), die bestimmten Materialien oder sogar ihre eigenen Körper oder die anderer verändern und umgestalten können. Um sich vorzustellen was man unter den Knacks zu verstehen hat soll diese Ausführung genügen. Die übrigen Knacks lasse ich euch lieber selbst entdecken.
Der rote Faden, der den Comic zusammenhält, ist natürlich Annas suche nach ihrer Freundin Sylvia. Aber ziemlich schnell wird klar, dass sich das etwas schwieriger gestaltet als angenommen. Annes erscheinen in den Backways hat nämlich so einiges in Unruhe versetzt und Jäger auf den Plan gerufen, die verhindern sollen, dass Anna die erneute „Desolation“ auslöst. All das nimmt das Mädchen aber erstaunlich gelassen und unnachgiebig hin. Ziemlich schnell kann sie die magische Welt als gegeben und real akzeptieren und setzt stoisch ihre Suche Fort. Das ist leider auch schon beinahe alles was der Leser über die Hauptfigur erfährt. Die relativ wortkarge Heldin ist somit leider die schwächste Komponente des ersten Bandes. Sie ist zwar alleine schon dadurch sympathisch, dass sie ihre Freundin um jeden Preis finden will bleibt aber sonst extrem blass. Da hilft es auch nicht, dass sie ihren eigenen Knack entdeckt… Ganz anders sieht das bei Coyote Bones aus, die mit ihren vielen Tricks und Kniffen und vor allem mit ihrem losen Mundwerk und amüsanten Kommentaren zu allem und jedem der weitaus unterhaltsamere Charakter ist. Sie ist nie um einen Spruch oder eine Antwort verlegen. Außerdem bleibt die Frage offen, ob sie Anna wirklich nur hilft, weil sie weiß wie es ist verlassen und alleine dazustehen oder ob mehr dahintersteckt. Da bringt eine Fortsetzung hoffentlich mehr Licht ins Dunkel. Für mich ist Coyote neben der blassen Anna auf jeden Fall der deutlich interessantere Charakter. Bisher verlässt sich der Comic eher auf sein ausgefallenes Setting mit frischen Ideen als auf eine wirklich fesselnde Handlung und einen nahbaren Hauptcharakter. Da besteht noch Luft nach oben aber die Lust auf mehr ist auf jeden Fall da.
Optisch hingegen kann der Comic mit minimalen Abstrichen wieder ordentlich punkten. Der Stil ist gleichermaßen realistisch wie auch cartoonig gehalten und wirkt damit angenehm eigenständig und auf seine Art wirklich hübsch. Er ist ziemlich bunt ohne grell zu sein und es gibt immer eine dominierende Hauptfarbe, welche die Stimmung der jeweiligen Panels maßgeblich beeinflusst. Besonders auffällig ist der sehr dynamische Eindruck des Comics. Alles fühlt sich nach hohem Tempo an. Dafür sorgt der Stil in dem die Actionsequenzen aber auch gemächlichere Bewegungsabläufe oder Laufwege bebildert sind. Nie scheint alles stillzustehen. Dieser Effekt wird durch die Panelführung und -Aufteilung noch stark verstärkt. Manchmal erschwert dies sogar den Lesefluss und wirkt ein bisschen chaotisch aber irgendwie passend. Für Comicneulinge vielleicht nicht unbedingt der ideale Einstieg. Comickenner kommen aber einigermaßen gut zurecht.

Fazit

All the forgotten Things ist ein ziemlich guter aber kein hervorragender Auftakt für Backways. Die Backways, ihre Regeln und die dazugehörigen Knacks sind als Setting richtig spannend und interessant. Über die blasse Hauptfigur Anna kann man das leider nicht behaupten. Dafür überzeugt ihr Sidekick Coyote Bones mit jeder Menge flotten Sprüchen, die mir das eine oder andere Lächeln ins Gesicht zauberten. Auch die Optik weiß zu gefallen, wenn auch einige Actionsequenzen vielleicht ein wenig zu chaotisch ausfallen. Alles in allem eine unbedingte Leseempfehlung für alle die auf der Suche nach frischer contemporary Fantasy sind. Denn die Serie hat das Zeug zum Hit, wenn sich das Kreativteam den erwähnten Schwächen annimmt wenn der Comic fortgesetzt werden sollte.

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