Kurz Kommentiert 18: Zocken bis die Vampire kommen!

Moin!

Frohes Neues Jahr auch an dieser Stelle nochmal. Ich wünsche euch ganz viel Glück, Gesundheit und Erfolg für euch und eure Liebsten. Und denkt immer dran: Ihr seid nicht eure Erfolge, guten Vorsätze oder eure Niederlagen und Aussetzer.
Aber nun zum eigentlichen Thema: Mein Jahresende und -Auftakt standen ganz im Zeichen des Zockens und neuer Anime auf Netflix. Auf letzteres möchte ich heute kurz eingehen. Viel Spaß!

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© P.A.Works

Sirius the Jaeger

Ohne großes Vorwissen habe ich mich irgendwann spät abends spontan auf Sirius the Jager gestürzt. Das ist wahrscheinlich auch besser so, denn sonst gäbe es so ziemlich gar keine Überraschungen. Die Serie handelt von einer Gruppe Vampirjägern, die zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg Jagd auf die garstigen Blutsauger machen. Teil dieser Gruppe ist der Sirius Yuliy, eine Art Werwolf, der als kleiner Junge seine ganze Familie und sein Heimatdorf verlor. Seitdem sinnt er auf Rache. Doch die Vampire denken gar nicht daran, sich einfach abschlachten zu lassen! Sie verfolgen gezielt ihre ganz eigene Agenda und instrumentalisieren die Menschen für ihre Zwecke. Auf der Suche nach der ominösen Lade der Sirius ist ihnen jedes Mittel recht…
Das alles ist genau wonach es klingt: Etwas Vampir-Action, eine winzige Prise Drama und ein bisschen Abenteuer. Das Ganze ist ansehnlich aber nicht herausragend gezeichnet und vor allem in den Actionszenen überdurchschnittlich gut animiert. Die Serie macht grundlegend eigentlich alles ganz ordentlich und ist auch definitiv nicht langweilig. Irgendwie fehlt es aber doch an allen Ecken und Enden um über den Durchschnitt hinauszuwachsen. Der Haupthandlung fehlt es etwas an Spannung und Dramatik, die Nebengeschichten sind belanglos und zu schnell abgehakt und die Figuren sind zwar nicht unsympathisch waren mir aber letztendlich egal. Dass die Darstellung der Vampire zwar nicht sonderlich innovativ aber doch einigermaßen frisch war kann an der Mittelmäßigkeit auch nichts mehr drehen.
Sirius the Jaeger kann man sich als Freund eines Vampirsettings zwar gut anschauen aber wird ihn auch schnell wieder vergessen. Prädikat: Kann man gucken, muss man aber echt nicht gesehen haben. Wer spaß an ganz netter gut animierter Action hat dürfte aber auf seine Kosten kommen.

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© Square Enix

Hi Score Girl

Besser weg kommt da bei mir persönlich Hi Score Girl. Hierbei handelt es sich um eine… sagen wir Slice of Life-Komödie mit romantischen Untertönen. In Zentrum steht der etwas unsympathische, mürrische und einzig und allein auf Videospiele fokussierte Mittelschüler Haruo Yaguchi. Seine gesamte Freizeit verbringt er Anfang der 90er-Jahre vor den heimischen Konsolen und noch viel lieber in den vielen kleinen und größeren Spielhallen. Eines Tages verliert er in seinem Lieblingsspiel Street Fighter II viele Male hintereinander gegen seine stille aber ausgesprochen hübsche Mitschülerin Akira Oono, die so ziemlich in allen Belangen das komplette Gegenteil von ihm selbst ist. Er mag es zwar nicht direkt zugeben, aber er ist absolut beeindruckt von dem Mädchen und hat ab sofort nur noch ein Ziel: Er will ihr in Street Fighter II ebenbürtig sein! Über die Rivalität entwickelt sich zwischen den beiden eine besondere Beziehung. Und erstmals beginnt Haruo sich für jemanden außer sich selbst zu interessieren…
Bis auf die Videospieleaspekte klingt das ziemlich nach den üblichen Jugendromanzen. Die romantischen Untertöne sind auch definitiv vorhanden, besonders zum Ende der ersten Staffel hin, aber sie bleiben die meiste Zeit Untertöne. In erster Linie dreht sich alles ums Zocken, Freundschaft und das Alltagsgeschehen. Das funktioniert auch ziemlich gut und unterhält. Vor allem weil die Figuren zusehends sympathischer und nahbarer werden. Leider macht der Anime aber auch ein paar typische Fehler beziehungsweise bedient sich üblicher Formeln und Strukturen. Was die angedeutete Romanze angeht taucht natürlich irgendwann eine Konkurrentin auf. Und wie immer ist der Kerl, in den sich die Mädchen aus unerfindlichen Gründen vergucken, völlig ahnungslos. Außerhalb der Videospiele begreift Haruo nämlich ziemlich wenig. Er scheint nicht mal in der Lage zu sein seine Gefühle zu erkennen oder gar zu reflektieren. Aber irgendwie funktioniert die ganze Serie trotzdem! Woran genau das liegt kann ich kaum an irgendetwas festmachen. Ich hatte auf jeden Fall viel Spaß mit der Serie und habe die Haupt- wie Nebencharaktere liebgewonnen. Besonders Zockerkinder und Spielhallengänger der späten 80er und frühen 90er werden mit den vielen liebevollen Details und Funfacts zu Spielen und Konsolen ihren Spaß haben.
Positiv erwähnen möchte ich auch noch den im Vergleich zu anderen aktuellen Anime recht eigenen Look der Serie, der an den Manga angelehnt scheint. Auf den ersten Blick mochte ich das nicht ganz so gern leiden aber wenn man nach 1-2 Folgen drin ist, ist die Serie optisch stimmig. Ein wenig merkwürdig aber nicht wirklich störend fand ich jedoch, dass die Serie in ihrer Kürze und trotz ihrer Slice of Life-Vibes teils sehr große Zeitsprünge macht. Aber egal! Gegen Ende nimmt die Serie ordentlich an Fahrt auf und bereitet alles auf eine Fortsetzung vor. Für März ist in Japan auch bereits eine dreiteilige OVA angekündigt! Einerseits würde das reichen um die Serie nach diesem Staffelfinale zufriedenstellend abzuschließen und andererseits habe ich irgendwo etwas von der Bezeichnung „Extra Stage“ (Die regulären Folgen heißen „Round 1-12“) gelesen. Ob es sich also um eine Fortsetzung, ein mögliches Serienfinale oder eher um Sidestories handelt bleibt also abzuwarten. Ebenso ob die OVA es auch auf die deutsche Netflix-Variante schafft. Ich habe auf jeden Fall Lust mehr von Haruo und Akira zu sehen.

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