Aliens: Defiance Bd. 1 & 2

Fakten

Comic: Aliens: Defiance Band 1 & Band 2
Autor: Brian Wood
Zeichner: Tristan Jones,Riccardo Burchielli, Stephan Thompson, Tony Brescini, Eduardo Francisco
Kolorist: Dan Jackson
Verlag: Image Comics
Sprache: Deutsch
Seiten: 160 & 152
Lesezeit: ca 60 Minuten/Band
Format: 17 x 1,7 x 25,9 cm
Erschienen: 18.03. und 11.12.2018
Preis: 18€ | 18€ (affiliate Link, Stand: 16.01.19)

Handlung

Im Auftrag der Weyland-Yutani Corporation soll Private Zula Hendricks, die nach einer Kriegsverletzung an der Wirbelsäule gehandicapt ist, mit einer Einheit Synths den verlassenen Schlepper Europa bergen. Doch an Bord des riesigen Schiffes, das nur noch wenig mehr als ein Wrack ist, bietet sich der Truppe ein grauenvolles Bild: Die Mannschaft wurde von Aliens massakriert – und die Xenomorphen befinden sich immer noch an Bord! Der Befehl: Ein Spezimen soll geborgen werden um die Waffentauglichkeit und Zuchtmöglichkeiten zu erforschen.
Doch der Synth David-1, der sich selbst gehackt hat um einen freien Willen zu erhalten und menschlicher zu werden, hat andere Pläne. Für ihn stehen nach den Geschehnissen an Bord der Europa zweierlei Dinge Fest: Weyland-Yutani darf solch ein Alien niemals in die Finger bekommen und erst recht darf so ein Wesen niemals auf die Erde gelangen. Er stellt sich also gegen seine Befehle, gegen seine Einheit und gegen seinen Arbeitgeber. Zula Hendricks schließt sich ihm an…

Kurzreview

Vor etwa einem halben Jahr habe ich den ersten Band der Miniserie Aliens: Defiance in einem Gewinnspiel abgestaubt und bewusst auf den zweiten Band gewartet. Nun habe ich die Serie in einem Stück gelesen.
Die erste Auffälligkeit verbirgt sich bereits im Titel der Serie: Aliens statt Alien. Genau das gibt die Marschroute des Comics vor. Statt am Survival Horror des ersten Films und der Bedrohung durch ein einzelnes Alien, das sich meist im Verborgenen hält und dadurch umso bedrohlicher wirkt, orientierte man sich hier eher am zweiten Film Aliens. Sprich: Mehr Aliens, mehr Action, mehr Explosionen, weniger Horror dafür eine umso interessantere Charakterebene. Zula Hendricks ist zwar keine zweite Ripley und muss sich hier nicht mit einer Art Mutterrolle arrangieren trägt aber trotzdem ihr Päckchen und ist als eine von Ripleys Erbinnen zu verstehen. Zula wollte immer nur dazugehören und ergriff die einzige Chance, die sich ihr bot, und wurde ein Space Marine. Doch statt Respekt erntete sie nur Mitleid, denn bereits in ihrem ersten Gefecht wurde sie schwer verletzt und fiel lange Zeit aus. Schwer gezeichnet und mit gehörigem körperlichem Handicap ist sie nun aber zurück – und gerät gleich in solch ein Alien-Schlamassel. Doch zum Glück begegnet sie David. Der ist zwar nur ein Synth, doch durch die selbst vorgenommenen Manipulationen an sich selbst erscheint er zunehmend menschlich. Er registriert zwar Zulas Beeinträchtigung, begegnet ihr jedoch ohne Mitleid und ohne jegliche Bevormundung und akzeptiert sie so, wie sie ist. Auch hier folgt der Comic einer Serientradition: Die Beziehung zwischen Mensch und Roboter ist nicht erst seit Prometheus Teil des Alien-Universums.
In seiner Kürze geht der Comic auf Charakterebene und im Zwischenmenschlichen nicht allzu tief bietet aber mehr als genügend Stoff um gut zu unterhalten.
Man muss jedoch sehr aufmerksam lesen, da es durch die recht vielen mal großen mal kleinen Zeitsprünge, die nicht durch Farbdesign oder sonstiges gekennzeichnet sind, manchmal schwierig sein kann der Handlung zu Folgen. Außerdem erwartet die Serie mitzudenken, da man sich ab und zu kleinere Lücken selbst aus dem Kontext herleiten muss. Darum ist der Comic definitiv nicht für Einsteiger gedacht, auch wenn die Panelführung sehr schlicht und eindeutig ist. Neben der klaren Struktur punktet der Comic aber auch mit den Bildern an sich. Auch wenn der Zeichenstil sich je nach Kapitel und jeweiligem Zeichner unterscheidet und mal feiner oder mit dickerem Strich gezeichnet wurde, transportieren die Bilder gut die Alien-Stimmung. Eher gedeckte Töne und eine reduzierte Farbpalette treffen auf pechschwarze Schatten, die viel Raum einnehmen. Für einen Alien Comic definitiv eine gelungene Umsetzung.
Die deutsche Übersetzung der Serie aus dem Hause Dark Horse Comics erschien hierzulande bei Cross Cult in zwei Bänden. Die Übersetzung macht einen wirklich Anständigen Eindruck und selbst einige nahe Einstellungen von Bildschirmausgaben wurden im Stile des jeweiligen Bildschirms übersetzt. Bei der Umsetzung entschied man sich hier für ein Softcover, was ich ein wenig schade finde, da andere Serien in einem ähnlichen Preissegment mit einem Hardcover-Einband daherkommen. Das ist aber nur meine persönliche Vorliebe und Kritik auf hohem Niveau! Die Wahl eines Papiers irgendwo zwischen seidenmatt und matt ist jedenfalls wieder ein Volltreffer, denn so kommen die tiefschwarzen Schatten und die allgemeine Atmosphäre besonders gut zur Geltung.

Fazit

Obwohl die Serie bedingt durch das Medium (Kein Ton, Schockeffekte entfallen,…) in Sachen Atmosphäre und Horror nicht ganz mit den Filmen mithalten kann dürften Fans der Filme absolut auf ihre Kosten kommen, denn die Story, die Figuren und die Zeichnungen sind absolut überzeugend. Insgesamt ist Aliens: Defiance zwar kein Werk das man gelesen haben muss aber auf jeden Fall ein guter Comic im Alien-Universum. Wer hingegen die Filme nicht mochte kann auch um diese Serie einen großen Bogen machen.

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