Love, Death and Robots [Netflix]

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© Netflix

Moin zusammen!

Seit einer Woche bin ich nun aus dem Urlaub zurück und habe mir in den letzten Tagen die Netflix Anthologie-Serie Love, Death and Robots angeschaut und bin etwas zwiegespalten. Warum das so ist möchte ich kurz erläutern.

Review

Zuerst möchte ich aber kurz erklären was euch überhaupt erwartet. Regisseur David Fincher und Comicveteran Tim Miller haben 18 Studios aus der ganzen Welt ausgesucht die jeweils einen 7- bis etwa 17-minütigen Kurzfilm für diese Anthologie produziert haben. Dabei wurden den Studios offenbar kaum Grenzen gesetzt, denn die 18 Episoden haben zum einen inhaltlich ziemlich wenig bis gar nichts miteinander zu tun und zum anderen könnte auch die Optik kaum unterschiedlicher sein. Von klassischer 2D-Animation mit chinesischem fantastisch angehauchten Steampunksetting über fotorealistisch animierte und gerenderte Weltraum Science-Fiction bis zum wilden Mix aus Animation und Realfilm im hier und jetzt ist alles dabei. Auch der Erzählton ist mitunter sehr unterschiedlich, wobei es in vielen Folgen ein paar Gemeinsamkeiten gibt: Es gibt jede Menge Blut und abgetrennte Gliedmaßen sowie Sex und nackte Haut. Außerdem wird in einigen Kurzfilmen am laufenden Band geflucht und geschimpft. Somit muss man die Serie ganz klar als Erwachsenen Unterhaltung einstufen.
Das schöne bei diesem wilden Mix mit teils wirklich wild absurden Storys und Settings ist der „Wundertütenfaktor“: Man weiß nie was man bei der nächsten Folge bekommt. Es könnte ein Joghurt sein, der der Weltherrschaft an sich gerissen und die Menschheit geradewegs in eine Utopie geführt hat oder auch ein Vampirgemetzel der übelsten Sorte. Und gerade diese Ungewissheit macht die Serie verdammt kurzweilig und lädt dazu ein immer noch eine Folge zu gucken – sie geht ja schließlich nur ein paart Minuten! Das Konzept finde ich schon ziemlich cool und spaßig. Auch wenn man mal eine Episode nicht so mag fällt das nicht so ins Gewicht, denn sie ist ja im nächsten Moment auch schon wieder vorbei! Auf ihre eigene Art ist jede Folge in technischer Hinsicht aber immer gelungen und teils sogar wirklich beeindruckend.
Bei aller Kurzweil hat die Serie aber auch ihre kritikwürdigen Schattenseiten und hat vor allem meine Erwartungen nicht erfüllt. Zum einen ist das Frauen- oder generell Menschenbild in einigen Folgen recht fragwürdig, denn immer, wenn es Opfer gibt (sei es bei einem Verbrechen oder im rituellen Sinne) handelt es sich um meist spärlich bekleidete schwache Frauen. Oft sind die Frauen auch nur schmückendes Beiwerk oder müssen erst durch einen Mann ermächtigt werden um Rache zu nehmen. In einigen wenigen Folgen hat dies schon einen etwas faden Beigeschmack hinterlassen. Was mich allerdings auf Erzählerischer Ebene noch mehr stört ist die Banalität der meisten Folgen. Oft bekommt der Zuschauer lediglich ziemlich stumpfe Action geboten, die auch noch recht durchschnittlich inszeniert ist – und für mich persönlich gibt es nichts langweiligeres als bloße Action. Grade weil mir die Figuren in diesem kurzen Format meistens egal sind, da keine Zeit zum kennenlernen bleibt. Ich hätte mir bei einer Science-Fiction Anthologie deutlich mehr Tiefgang gewünscht. Zwar gibt es ein paar Folgen die (meist) wenig gelungen versuchen kritisch zu sein, doch gehen diese Versuche völlig schief und die Message – wenn es überhaupt eine gibt – geht in Blut, Explosionen und Sex unter. Da hätte ich mir deutlich mehr gewünscht und auch mehr erwartet.

Fazit

Love, Death and Robots ist verdammt kurzweilige Unterhaltung für Erwachsene und ein ziemlich wilder Ritt. Das Kurzfilm-Format lädt dazu ein immer weiter zu schauen, denn die einzelnen Episoden sind ja im Nullkommanichts vorbei! Leider ist nicht alles Gold was glänzt: Auch wenn alle Folgen in ihrem eigenen Artstyle toll aussehen kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Serie Inhaltlich recht wenig zu bieten hat. Nur wenige Episoden haben überhaupt den Anspruch ein wenig Tiefgang zu bieten und noch weniger Folgen schaffen dies auch. Die meisten Episoden verlieren sich mit ihren völlig banalen Geschichten in stumpfer Action, jeder Menge Blut, Sex und nackter Haut. Da wäre mit höherem erzählerischem Anspruch an sich selbst deutlich mehr Luft nach oben gewesen. Das unglaublich hohe Potential ist größtenteils verschenkt. Nichts desto trotz bleibt Love, Death and Robots ein kurzweiliger Snack für zwischendurch – für eine vollwertige Mahlzeit langt es aber bei weitem nicht um bei der Lebensmittelmetapher zu bleiben.

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