Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer [Kino]

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© Entertainment One Germany

Fakten

Titel: Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer
Regie: Chris Butler
Genre: Stop-Motion, Familienfilm, Abenteuer, Komödie
Studio: Laika / Annapurna Pictures
Laufzeit: 194 Minuten
Erschienen: 30.05.2019

Handlung

Ausgehendes Neunzehntes Jahrhundert: Abenteurer und Mythenforscher Sir Lionel Frost versucht seit Jahren verzweifelt Mitglied in einem elitären Abenteurer- und Entdeckerclub zu werden. Als er einen mysteriösen Brief aus Amerika erhält wittert er seine Chance.
Mit der Entdeckung des Sasquatch als fehlendem Bindeglied – Missing Link – zwischen dem Affen und dem Menschen würde er sich unsterblich machen! Doch als er in den Bigfoot in den Wäldern des amerikanischen Westens tatsächlich findet ist er mehr als überrascht: Das Wesen kann sprechen und entpuppt sich als Absender des Briefes! Es ersucht Frost um Hilfe bei der Suche nach mutmaßlichen Verwandten im Himalaya, am anderen Ende der Welt, den Yetis!

Review

Nach dem wunderschönen Kubo and the two Strings wurde es höchste Zeit für den nächsten Streich aus dem Hause Laika. Mit Missing Link oder Mister Link – Ein fellig verrücktes Abenteuer, wie er bei uns heißt, läuft nun seit wenigen Wochen das neue Werk in den hiesigen Kinos. Leider wurde er in unserer Stadt wieder ins Kinderprogramm verbannt und erhält so meines Empfindens nach viel zu wenig Aufmerksamkeit. Dabei ist der Film wirklich schöne und familientaugliche Unterhaltung für Jung und Alt.
Im Zentrum der Geschichte stehen die beiden Hauptfiguren Lionel Frost und der Sasquatch, der sich selbst den Namen Susan gibt. Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein befinden sich aber in einer ähnlichen Situation. Sir Lionel Frost ist sehr von sich überzeugt, kommt für sich selbst immer an erster Stelle und will um jeden Preis die Anerkennung bekommen, die er seiner Meinung nach verdient. Darum will er auch unbedingt Mitglied der Abenteurergesellschaft werden – er will dazugehören. Aber mehr als Bestätigung denn aus anderen Gründen. Dem gegenüber steht der etwas Tollpatschige aber durchaus clevere Bigfoot reinen Herzens. Er ist der letzte seiner Art und wahrhaft einsam. Auch er möchte irgendwo dazugehören. Alle seine Hoffnung setzt er vorbehaltlos und recht gutgläubig in Lionel. Das Gemeinsame Abenteuer der beiden ist nicht nur eine Reise in den Himalaya und die Suche nach dem verborgenen Shangri-La sondern vor allem eine Reise zu sich selbst und zueinander. Doch das Duo wäre nichts ohne die Dritte im Bunde: Adelina. Die resolute, heißblütige aber gutherzige Dame hält sich zwar meist im Hintergrund aber Tritt Lionel des Öfteren gehörig in den Hintern und trägt so maßgeblich dazu bei, dass nicht nur Susan, sondern auch er sich weiterentwickelt.
Die eigentliche Geschichte kann man als klassischen Abenteuerfilm der Marke Indiana Jones und Co beschreiben, nur eben in einer familientauglichen Form. Sie bietet nicht allzu viele Überraschungen oder Neuheiten punktet aber mit den sympathischen Figuren, ihren natürlich anmutenden Entwicklungen und den teils wirklich witzigen Dialogen. Die meisten lustigen Stellen ergeben sich übrigens aus den Situationen und den Dialogen heraus. Zwar gibt es auch einige etwas klamaukige Slapstickeinlagen, die bei Kindern sicherlich gut ankommen, aber die meisten Witze und Reaktionen mit Gegenreaktionen sind doch schon eher für größere Kinder, wenn nicht gar Erwachsene, wesentlich unterhaltsamer. Die Gags sind aber niemals böswillig, unter der Gürtellinie und verzichten auf ernsthafte Flüche oder Schimpftiraden. Den Film kann man also wirklich guten Gewissens mit Kindern ansehen. Wahrscheinlich hat man selbst aber mehr Spaß daran! Dass die witzigen Dialoge auch in der deutschen Synchronfassung ziemlich gut funktionieren liegt unter anderem auch an den Sprechern Christoph Maria Herbst und Bastian Pastewka, die den beiden Hauptfiguren ihre Stimmen leihen.
Mir als großer Fan von Stop-Motion-Animation bereitet aber schon die bloße Machart des Films sehr viel Freude. Die Figuren und die mit sehr viel Liebe von Hand gefertigten Bühnenbilder strotzen vor Details und wirken sehr lebendig. Selbst sich im Wind wiegende Zweige und Gräser wurden akkurat animiert. Das alles zeigt der Film in wirklich schönen Landschaftspanoramen und in bei Stop-Motion-Animationen sehr aufwendigen Kamerafahrten und Perspektiven, in denen der sehr bunte aber hübsche und eigenständige Artstyle sehr gut zur Geltung kommt. Lediglich einige entfernte Hintergründe sind Computeranimiert beziehungsweise gerendert, was aber überhaupt nicht auffällt und er im Abspann in einer sehr kurzen Making-Of-Szene ersichtlich wird. Filmfreunden werden sicherlich auch die ziemlich coolen Transitions und Match-Cuts sowie Anspielungen auf andere Filme auffallen. Optisch und filmtechnisch ist Mister Link also wirklich ein Highlight!

Fazit

Mister Link ist ein wunderschönes Stop-Motion-Animations-Abenteuer mit viel Herz und Witz für die ganze Familie. Mit ein wenig klamaukigen Slapstick-Einlagen für die ganz Jungen und cleveren Dialogwitzen bietet der Film Humor für alle Altersklassen, tolle Kulissen, sympathische Figuren und ein wenig Stoff zum Nachdenken. Meiner Meinung nach reicht der Film nicht ganz an die Qualität des Vorgängers heran, ist aber trotzdem ein Highlight des Animationsfilms. Uneingeschränkte Empfehlung!

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