Star Wars: Darth Vader – Dark Lord of the Sith Vol. 3: The burning Seas

9781302910563
© Marvel

Fakten

Comic: Star Wars: Darth Vader – Dark Lord of the Sith Vol. 3: The burning Seas
Autor: Charles Soule
Penciller: Guiseppe Camuncoli
Inker: Daniele Orlandini
Kolorist: David Curiel, Java Tartaglia & Guru eFX
Verlag: Marvel
Seiten: 136
Sprache: Englisch
Lesezeit: ca. 90-100 Minuten
Format: 16,8 x 0,6 x 26 cm
Erschienen: 11.09.18
Preis: 16,57 € (affiliate Link, Stand: 26.11.18)

Handlung

Ein Jahr nach seiner Machtübernahme und dem Ausruf des ersten galaktischen Imperiums schickt Palpatine seine linke Hand Tarkin und seine rechte Hand, den Vollstrecker Darth Vader und seine Inquisitoren, auf den strategisch wichtigen Wasserplaneten Mon Cala. Während Tarkin die Mon Calamari und Quarren auf diplomattischem Wege versucht unter die Kontrolle des Imperiums zu stellen soll Vader auf die Suche nach dem Berater des Königs Lee-Char suchen – einen mutmaßlichen Jedi. Ein Zwischenfall lässt die Situation jedoch eskalieren und das Imperium geht zum Angriff über… „Star Wars: Darth Vader – Dark Lord of the Sith Vol. 3: The burning Seas“ weiterlesen

Star Wars & Transmedia Storytelling 7: Performance

7. Performance

„Cultural attractors draw together a community of people who share common interests […] Cultural activators give that community something to do.“ (Jenkins 2009: o. S.) Die Cultural Attractors sind zum Beispiel, im Falle von Star Wars, die Filme, Bücher, Comics, Spiele und so weiter, also Erzählmedien, die Menschen wegen der Unterhaltung oder Informationen die sie beinhalten ansprechen. Die Cultural Attractors hingegen sind etwas abstrakter. Es sind bestimmte Inhalte in den Medien, die Rezipienten zum Handeln und Interagieren einladen. Jenkins nennt als Beispiel die immer mal wieder kurz eingeblendeten Kartenfragmente in der zweiten Staffel der Fernsehserie Lost, welche die Fans dazu brachte das Bild anzuhalten, Screenshots zu machen und ihr eigenes Kartenmaterial zu erstellen, welches sie in den Kontext der Serie einzuordnen versuchten. (vergl. Jenkins 2009: o. S.) Diese Aktivierung der Fans, dass sie selbst etwas tun um die Storyworld zu erfassen, bezeichnet Jenkins als Performance. Bei Star Wars könnte man beispielsweise die verworrenen Strukturen als eine Art Activator sehen, der Hardcore fans dazu animiert Leitfäden und Zeitstrahle zu erstellen, dass die erfassen der Storyworld erleichtern oder ganze Wikis anzulegen. Performance ist also untrennbar mit der Parizipationskultur verbunden. Man könnte vielleicht sogar so weit gehen und behaupten, dass erst die Aktivierung der Fans zur Partizipation führt. „But even without those invitations, fans are going to be actively identifying sites of potential performance in and around the transmedia narrative where they can make their own contributions.“ (Jenkins 2009: o. S.) Diese Einladung zur Partizipation müssen also nicht mehr oder weniger explizit ausgesprochen werden, sondern die Fans finden selbst die Stellen und Möglichkeiten, an denen sie aktiv werden können. Eine andere Art der Extension sind auch nutzergenerierte Inhalte die sich vom eigentlichen Text entfernen und alternative Geschichten oder eigene Originstorys oder Fortsetzungen erzählen. Dies wären zum Beispiel Fanfictions, Fan-Artworks oder Fanfilme. An diesem Punkt kommt auch eine weitere Form von Performance ins Spiel, und zwar auf Produzentenseite. Die Produzenten kommunizieren aktiv mit den Fans, laden sie eventuell aktiv zur Teilhabe ein. Mitunter wird sogar das Erstellen von Fanfiction und vor allem Fanfilmen sogar gefördert wie man es beispielsweise bei den offiziell von Disney ausgeschriebenen Star Wars Fanfilm Awards 2016 5 sehen kann. „Star Wars & Transmedia Storytelling 7: Performance“ weiterlesen

Star Wars & Transmedia Storytelling 6: Subjectivity

6. Subjectivity

Was Jenkins als Subjectivity bezeichnet könnte man vielleicht treffender auch Multiperspektivität nennen. Gemeint ist hiermit, dass unterschiedliche Geschichten derselben Storyworld aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und betrachtet werden. Dies gibt Raum auch auf das Innenleben von Nebencharakteren einzugehen, Auswirkungen der Hauptstory auf andere Figuren aufzuzeigen, um beispielsweise dem galaktischen Konflikt zwischen Rebellion und Imperium zusätzliche Tiefe zu verleihen, oder Zwischenmenschliche Beziehungen näher zu charakterisieren, was am Ende zu einer glaubwürdigeren, plausibleren Welt führt und die Immersion und Identifikation mit der Storyworld erhöht. Hierfür soll wieder das Beispiel der Comicbuchserien Darth Vader und Star Wars (Marvel 2015) bemüht werden. Beide Serien spielen im selben Zeitraum zwischen Episode IV und Episode V und spielen komplett parallel. Während die erste Serie die Imperiale Sicht der Dinge zeigt, speziell Darth Vaders Sicht, so erzählt die zweite Serie Geschehnisse desselben Zeitraums aus Sicht der aus den Hauptfilmen bekannten Helden Luke, Leia, Han und Chewbacca. Als Beispiel für Backstory für eine Nebenfigur soll die ebenfalls im selben Zeitraum spielende Comicbuchminiserie Lando dienen. Diese spielt vor Episode V wo der Charakter Lando Calrissian in der Wolkenstadt auf Bespin bisher das erste Mal als Nebencharakter auftauchte. Im Film erfährt man nur, dass Lando ein alter Gaunerkumpel von Han Solo ist und Han ihm bei einer Runde Sabbacc den Millennium Falken abgeknüpft hat. Der Comic Lando verleiht dem eigentlichen Nebencharakter mehr Tiefe, indem er ihn zur Hauptfigur des Werkes macht und ihn näher charakterisiert.
Diese unterschiedlichen Perspektive machen eine Transmedia Storyworld erst lebendig. Die Multiperspektivität oder Subjektivität hilft dabei die Welt in ihrer Ambivalenz glaubhafter darzustellen. Sie bietet dem Rezipienten zudem mehr Möglichkeiten zu Identifikation mit Figuren. Wir erfahren etwas über persönliche Motivationen von Haupt- und Nebenfiguren abseits der notwendigen obligatorischen Rettung des Universums oder wenigstens der Galaxis.

Star Wars & Transmedia Storytelling 5: Seriality

5. Seriality

„A serial, then, creates meaningful and compelling story chunks and then disperses the full story across multiple installments. The cliff-hanger represents an archtypical moment of rupture where one text ends and closure where one text bleeds into the next, creating a strong enigma which drives the reader to continue to consume the story even though our satisfaction has been deferred while we await the next installment.“ (Jenkins 2009: o. S.) Nach Jenkins gibt es bei einer Serie eine Story, die durch die Gesamtheit aller Folgen in unserem Kopf entsteht nachdem wir die Episoden gesehen haben, und mehrere Plots, welche die Handlung der einzelnen Episoden darstellen. Auf die gleiche Weise funktioniert nach Jenkins auch das transmediale Geschichtenerzählen. Mit dem Unterschied, dass die Story nicht nur auf verschiedene Folgen einer beispielsweise Fernsehserie verteilt ist, sondern zusätzlich über verschiedene Medienkanäle. „We can think of transmedia storytelling then as a hyperbolic version of the serial, where the chunks of meaningful and engaging story information have been dispersed not simply across multiple segments within the same medium, but rather across multiple media systems.“ (Jenkins 2009: o. S.) Die meisten Betrachtungen transmedialen Erzählens waren von einer Nonlinearität ausgegangen, nach deren Auffassung die Reihenfolge in der die einzelnen „Chunks der Story“ rezipiert werden beliebig sein kann. Inzwischen stellt Jenkins diese Betrachtung aber in Frage. „Star Wars & Transmedia Storytelling 5: Seriality“ weiterlesen

Star Wars & Transmedia Storytelling 4: Worldbuilding

4. Worldbuilding

Wie das Wort schon impliziert geht es beim World Building um das erschaffen von Welten – also Storyworlds oder Universen. Es geht beim Transmedia Storytelling nicht mehr nur um das erzählen einer Geschichte eines Charakters, sondern darum Welten zu erschaffen, in der eine Vielzahl verschiedener Geschichten denkbar sind. Durch die verflochtenen und verknüpften Geschichten, die in unserem Fall Lukasfilm, Del Rey, EA und Marvel erzählen, zeichnen sie eine Welt. Jede erzählte Geschichte steuert ihren Teil dazu bei Hintergründe zu schaffen, die Geographie der Welt aufzuzeigen, ihre Gesetzmäßigkeiten und Ihre Physik aufzuzeigen oder die Gesellschaftsordnungen bestimmter Alienrassen zu beleuchten. Durch die Filme erfährt der Zuschauer von der Macht die alles durchdringt und lernt den Grundkonflikt von Rebellen und Imperium/ Gut und Böse kennen, durch Comicbücher wie Princess Leia erfährt er mehr über das Innenleben und die Bürden einer herausgegriffenen Hauptfigur. Durch Star Wars Battlefront können wir Schlachten und Gefechte aus den Filmen interaktiv nacherleben. Andere Comicbücher oder Romane erzählen die Originstorys bestimmter Charaktere vor dem Hintergrund neuer Aspekte der Storyworld.

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Star Wars & Transmedia Storytelling 3: Immersion vs. Extractability

3. Immersion vs. Extractability

„In immersion, then, the consumer enters into the world of the story, while in extractability, the fan takes aspects of the story away with them as resources they deploy in the spaces of their everyday life,“ (Jenkins 2009: o. S.) fasst Jenkins diese beiden recht einfachen Prinzipien treffend zusammen. Bei der Immersion geht es um das Eintauchen in eine Welt, um Identifikation mit den Figuren und um (inter)aktives Erleben. Um beispielsweise den jüngsten Star Wars Film immersiver und plastischer zu machen, veröffentlichte Disney Das Erwachen der Macht in 3D. Um die Immersion noch weiter zu verstärken plant Disney für Star Wars ein eigenes Themenland als Teil von Disney World in Orlando, um die Filme und ihre Welt in der realen Welt erlebbar zu machen. (Prudum, Zumberge 15.08.2016: o. S.) Neben Büchern und Filmen gab es auch schon seit den 80er Jahren Star Wars Computer- und Videospiele, die das Involvement wegen ihrer Interaktivität ebenfalls fördern. Hier bietet sich zudem die Möglichkeit Filmszenen nachzuspielen und neu zu erleben, was ich bei zukünftigen Filmsichtungen zu einer erhöhten Immersion führen könnte, da man das gesehene ja selbst erlebt hat. Man war aktiv dabei. „Star Wars & Transmedia Storytelling 3: Immersion vs. Extractability“ weiterlesen

Star Wars & Transmedia Storytelling 2: Continuity vs. Multiplicity

Einleitung und Teil 1

2. Continuity vs. Multiplicity

„Transmedia storytelling represents a process where integral elements of a fiction get dispersed systematically across multiple delivery channels for the purpose of creating a unified and coordinated entertainment experience,“ (Jenkins 2007: o. S.) beschrieb Jenkins einmal das Transmedia Storytelling. Die vereinheitlichte und koordinierte Ausarbeitung eines Franchise oder einer Storyworld und ihrer Geschichten, die über vielfältige Kanäle verteilt sind aber ein großes Ganzes ergeben, spiegelt sich in dem Neustart des erweiterten Star Wars Universums wieder. Wie in Kapitel eins bereits erwähnt hat Lucasfilm nach der Übernahme durch Disney eine eigene Abteilung ins Leben gerufen, die den neuen Kanon betreuen und alle Inhalte aufeinander abstimmen soll. Dies hat zum einen zur Folge, dass alle offiziellen Geschichten zentral unter Kontrolle sind und zum anderen führt dies zu einem „very strong sense of “continuity” which contributes to our appreciation of the “coherence” and “plausibility” of their fictional worlds and that many hardcore fans see this kind of “continuity” as the real payoff for their investment of time and energy in collecting the scattered bits and assembling them into a meaningful whole.“ (Jenkins 2009: o. S.) Genau diese Fans sollen mit dieser Kontinuitäts-Strategie angezogen werden. Im Falle von Star Wars müssen wir das (Transmedia) Storytelling aus einer etwas anderen Perspektive betrachten. „Star Wars & Transmedia Storytelling 2: Continuity vs. Multiplicity“ weiterlesen

Star Wars & Transmedia Storytelling 1: Spreadability vs. Drillability

„After Star Wars was released, it became apparent that my story—however many films it took to tell—was only one of thousands that could be told about the characters who inhabit its galaxy. But these were not stories that I was destined to tell. Instead, they would spring from the imagination of other writers, inspired by the glimpse of a galaxy that Star Wars provided. Today, it is an amazing, if unexpected, legacy of Star Wars that so many gifted writers are contributing new stories to the Saga.“

― George Lucas –

In der Einführung von Splinter of the Mind’s Eye, 1990


Inhaltsverzeichnis:

Einleitung, Betrachtungsgegenstand, 1: Spreadability vs. Drillability
2: Continuity vs. Multiplicity
3: Immersion vs. Extractability
4: Worldbuilding
5: Seriality
6: Subjectivity
7: Performance

Einleitung

Im Rahmen einer Hausarbeit habe ich das Star Wars Universum im vergangenen Juli hauptsächlich an Hand der sieben Prinzipien des Transmedia Storytellings nach Henry Jenkins untersucht. In diesem Zusammenhang möchte ich an den passenden Stellen Partizipationskultur und an geeigneter Stelle die Gamification kurz mit ins Spiel bringen.
Für diese Arbeit stützte ich mich auf wenige ausgewählte Werke des Star Wars Universums, mit deren Hilfe sich Jenkins Thesen mit praktischen Beispielen unterfüttern lassen. In den einzelnen Abschnitten zu jedem von Jenkins Prinzipien werde ich die Ausgewählten Werke soweit wie nötig vorstellen. Für jede These habe ich die in meinen Augen geeignetsten Beispiele ausgesucht, die das Prinzip untermauern und der Veranschaulichung am besten dienlich sind. „Star Wars & Transmedia Storytelling 1: Spreadability vs. Drillability“ weiterlesen