Message Buch 1: Loading

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© Cross Cult

Fakten

Comic: Message Buch 1: Loading
Autorin & Zeichnerin: Cristin Wendt (Untersützt von Ronja Büscher)
Verlag: Cross Cult
Sprache: Deutsch
Seiten: 80
Lesezeit: ca  30 Minuten
Format: 23,8 x 1,5 x 32,2 cm
Erschienen: 13.03.2019
Preis: 20,00 € (affiliate Link, Stand: 03.04.19)

Handlung

Die Zukunft: Mit Hilfe der der künstlichen Intelligenz KIEM hat die Menschheit den Klimawandel grade noch abwenden können und fand zu neuer Blüte… bis KIEM sich gegen ihre Schöpfer wandte und die Erde zu einem lebensfeindlichen Ort machte bevor die Menschen die KI erfolgreich abschalten konnte.
Doch KIEM hatte ihre Saat schon gestreut und Netzwerke und Maschinen befallen und führt nach wie vor Krieg gegen die Menschheit.
Einige Zeit nachdem Avarus Bruder Victor am 20. Juni während eines Maschinenanschlags auf eine Militärbasis spurlos verschwand erhält dieser eine mysteriöse Nachricht von seinem todgeglaubten Bruder. Doch leider ist diese Datei verschlüsselt und unvollständig. Was Avarus aber viel stutziger macht ist das Versanddatum der Nachricht: Der 20. Juni.

Review

Message war, wie so oft bei mir, mal wieder einer dieser Spontankäufe. Ich dachte mir: Science-Fiction um künstliche Intelligenz aus Deutschland und noch dazu von zwei Frauen? Da muss ich ja mal reinschauen! Gesagt, getan.
Der Comic beginnt auf einer Doppelseite mit der oben geschilderten Chronologie der bisherigen Ereignisse. Die Geschichte selbst setzt dann erst unmittelbar nach dem Überfall auf die Militärbasis am 20. Juni ein, über den kaum Informationen vorliegen. Strukturell ergibt das insofern Sinn, als dass die auf fünf Bände angelegte Serie auf die Klärung dieses Zwischenfalls und die Endgültige Vernichtung von KIEM hinauszulaufen scheint. Genauso wie der Hauptcharakter Avarus tappt der Leser am Ende des ersten Bandes aber immer noch völlig im Dunkeln. Das funktioniert so jedoch ganz gut, da Avarus gar nicht explizit darauf aus ist KIEM zu bekämpfen, sondern viel mehr seiner persönlichen Motivation seinen Bruder zu finden und wenn nötig zu retten nachgeht. Dass er dabei trotzdem mit Maschinen aneinandergerät und seine Funktion als Scout, der die Generatoren des Sicherheitsnetzes gegen die Maschinen wartet und bewacht, ausnutzt um an die vollständige Nachricht seines Bruders zu gelangen versteht sich dabei von selbst. Das Ganze ist auch recht flott und Actionreich inszeniert, bietet narrativ und auf Charakterebene aber noch nicht allzu viel. Eigentlich weiß der Leser über Avarus nur was er beruflich macht, sowie dass er einen Bruder hat und diesen finden möchte. Dies und die klare Inszenierung als Hauptfigur reichten jedoch aus um mich im ersten Band bei der Stange zu halten und seine Geschickte zu verfolgen. Für die übrigen vier Bände würde ich mir aber noch etwas mehr Tiefgang wünschen. Ich bin aber wirklich auf den zweiten Band gespannt, denn das Ende war ganz cool und lies mich mit der Frage zurück: Was ist das und was ist passiert? Die Stelle ist zwar ein eher kleiner dramaturgischer Höhepunkt erzeugt aber eine ähnliche Wirkung wie ein klassischer Cliffhanger. Wie es mit Avaraus, seinem Bruder und KIEM weitergeht erfahren wir leider erst in ungefähr einem Jahr, denn der zweite Band ist fürs Frühjahr 2020 angekündigt.
Optisch überzeugt der Comic mit einem sehr eigenständigen digital gezeichneten Stil, der mit 3D-Modellen vermischt scheint, wie man auch im kurzen Making-Of-Teil am Ende des Buches sehen kann. Durch Bewegungs- und Tiefenunschärfen sowie durch Farbverläufe bei den Schattierungen erzeugen die Bilder trotz der eher flächigen Zeichnungen eine gewisse Tiefe und Plastizität. Das Ganze ist stimmig in matten und manchmal pastelligen Tönen koloriert.
Für die Neuauflage des ehemals von Autorin und Zeichnerin Cristin Wendt, die von Ronja Büscher unterstützt wird, im Selbstverlag veröffentlichten ersten Band lässt sich Cross Cult nicht lumpen und spendiert dem Comic eine wertige Hardcoverumsetzung im großzügigen Albumformat. Der mit Spotlack abgesetzte Titel und das dicke seidenmatte Papier der Innenseiten unterstreichen diesen hochwertigen Eindruck.

Fazit

Message Buch 1: Loading verrät dem Leser kaum etwas über die Reise, auf die er sich mit Hauptfigur Avarus begibt, macht aber mit stimmigen Zeichnungen, einer nicht neuen aber spannenden Ausgangslage und einem interessanten Ende Lust auf mehr. Für die weiteren vier Bände wünsche ich mir zwar noch ein bisschen mehr Tiefgang und Charakterisierung aber der erste Band ist definitiv einen Blick wert. Nicht nur, weil deutsche weibliche Science-Fiction sträflich unterrepräsentiert ist, sondern auch, weil der Comic absolut solides Handwerk bietet, das zurecht seine Fans finden wird.

Tipp:
Die Kolleginnen Ariane, Christin und Sandra vom 3 Frauen. n Comics- Podcast haben auf der LBM übrigens ein sehr nettes und lustiges Interview mit Cristin Wendt und Ronja Büscher geführt.

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