Kurz Kommentiert 12: Japanuary-Special Part I

Moin zusammen!

Oder doch eher Konnichiwa? Ein paar Blogger, Twitterer und Podcaster haben den Japanuary ausgerufen, den sie wie folgt umschreiben:

Um was geht es? Es geht darum, im Januar 2018 acht japanische Filme anzuschauen und darüber zu schreiben oder zu podcasten. Das Ganze ist inspiriert vom Erfolg des #Horrorctobers. Und warum 8? In der japanischen Kultur gilt 8 als Glücksbringer, findet sich oft an spirituellen Gebäuden und wird „sue-hirogari“ genannt (erfolgreich sein). Jede/r sucht sich seine eigenen acht japanischen Filme aus und jede/r entscheidet selbst, wie und wo sie/er darüber schreiben oder podcasten will. Jede/r kann mitmachen. Der offizielle Hashtag ist #Japanuary.

Quelle: schoener-denken.de

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© Universum Film GmbH

Das habe ich doch gleich zum Anlass genommen auch mal wieder ein paar japanische Filme zu gucken. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, denn die Auswahl bei Amazon Prime und Netflix ist sehr… nunja, ausgesucht um nicht zu sagen dünn und recht speziell. Meine ersten vier (oder eher drei) Dosen japanischen Kulturguts habe ich hier einmal in der gesehenen Reihenfolge zusammengefasst.

1. Your Name (Kino)

Den Anfang machte der erfolgreichste Anime-Film aller Zeiten. Am 11.01. verschlug es mich dazu sogar ins Kino, wo der Film in gesonderten Events ausgesprochen gut besucht war/ist. Das freut mich sehr, denn der wirklich schöne Film hat jede Aufmerksamkeit verdient. Wer mehr über den Film erfahren möchte der kann sich hier mein Review ansehen und durchlesen.

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© Splendid Film

2. Shin Godzilla (Amazon Video/Prime)

2016 kehrte Godzilla mit einem neuen Film endlich in seine Heimat Japan zurück. Erfreulich ist dabei, dass der Film völlig anders angelegt ist, als die letzten US-Varianten. Es geht weniger um pure Materialschlacht und in Schutt und Asche gelegte Städte oder mutige Soldaten und so weiter. Klar, unsere strahlende Lieblingsechse wütet ganz schön in der Großstadt, aber der Großteil des Films spielt sich in politischen und wissenschaftlichen Ausschüssen und Entscheidungsgremien ab, und beleuchten die vermeintliche Naturkatastrophe somit mal von einer (zumindest mir) bisher unbekannten Perspektive. Das fühlte sich frischer und unverbrauchter an als die letzten Monsterfilme die ich so gesehen habe. Klar, bei der CGI des letzten US-Godzillas kann die japanische Produktion natürlich nicht mithalten, aber zumindest „Gojira“ selbst sieht ganz annehmbar aus und durchläuft vor allem mehrere Metamorphosen und wird als anpassungsfähiger Superorganismus inszeniert. Leider bleibt der ganze Film dabei sehr unpersönlich und somit gänzlich unemotional. Das kann man machen. Es funktioniert als Film durchaus, für mich persönlich dadurch aber nicht ganz so gut. Mir fehlt es an Identifikationsfiguren oder Charakteren denen man zumindest empathisch begegnen kann. Der ganze Ton des Films ist überhaupt eher trocken. Kann man gut mal gucken, man verpasst aber auch nichts wenn man ihn auslässt.

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© Ascot Elite Home Entertainment

3. The Birdpeople in China (Amazon Video/Prime)

Mein dritter Film war Takashi Miikes 1998er Film „The Birdpeople in China“. Ein angenehm entschleunigter Film, der einen japanischen angestellten und einen Yakuza zusammenführt und ins abgelegenste chinesische Hinterland verschlägt. Erst von den Strapazen der langen und beschwerlichen Reise etwas entmutigt lernen die Beiden Land und Leute kennen und Lieben. Sie lernen es zu schätzen der Großstadt, ihrem Leistunsgdruck, ihrem Lärm und Gewimmel zu entfliehen und finden dabei ein Stück zu sich selbst. Dabei bewegt sich der Film irgendwo zwischen Komödie, Drama und Road Movie. Um den Film schätzen zu können muss man sich wirklich drauf einlassen, sich zurücklehnen und sich wirklich Zeit nehmen den Film wirken zu lassen. Ähnlich wie die Protagonisten auch muss der Betrachter einen Gang runterschalten. Entsprechend ist der Film eher gemächlich, hat aber auch hin und wieder seine lustigen, ganz selten auch mal leicht albernen Momente. Reizvoll ist auch die Landschaft, in der sich alles abspielt. Doch leider konnte ich die nicht so recht auf mich wirken lassen, weil der Amazon-Stream scheinbar ein eher mittelprächtiger Rip einer wirklich schlechten DVD-Variante ist. So schlecht, dass der Film dadurch mit Sicherheit etwas verloren hat. In besserer Qualität würde ich mir den Film in ein paar Jahren aber auf jeden Fall nocheinmal ansehen.

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© Netflix

4. Devilman Crybaby (Netflix Serie)

Zugegeben, das hier ist ein bisschen gecheatet, denn Devilman Crybaby ist als eine der ersten Netflix-Anime-Produktionen kein Film, sondern eine Serie. Aber die 10 Folgen gehen zeitlich ja wohl Locker als mehr als ein Film durch 😉
Devilman Crybaby polarisiert ziemlich stark wie ich auf Twitter festgestellt habe. Die einen finden ihn super, die anderen bestenfalls okay. Ich gehöre leider in die zweite Kategorie. Dabei bringt der Anime eigentlich gute Anlagen mit: Das Setting? Ist spannend – versteckt unter den Menschen leben Monster, die Menschen töten und fressen und somit die Gesellschaft spalten, Misstrauen und Gewalt sähen. Die Optik? Ist anders aber ziemlich stylisch. Die Animationen? Sind wirklich Top. Die Charaktere? Sind eigentlich nicht schlecht. Aber irgendwie habe ich absolut keinen Draht zu ihnen gefunden. Dass der Anime dann auch noch des Öfteren ziemlich absurd und überdreht ist machte es für mich nicht besser. Ich wollte ihn eigentlich gut finden, aber ohne emotionalen Zugang ist das bei so einem polarisierenden Werk enorm schwierig. Von anderen habe ich genau das Gegenteil gehört – sie fanden ihn absolut „relateable“. Für mich funktionierte er leider nicht, was ihn aber nicht zu einem schlechten Anime macht. Ich konnte ihn leider nicht ernst nehmen – und das muss man können wenn man etwas an ihm finden will.

Um die acht Filme voll zu machen fehlen mir jetzt noch zwei Filme. Die sollte ich zeitlich bis Mittwoch noch schaffen und werde sie dann mit dem zweiten Schwung Japanuary-Filme im Laufe der Woche kurz vorstellen.

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