Triple Feature: Lego Movie 2, Alita: Battle Angel & Chaos im Netz

Moin,

am vergangenen Wochenende war ich fleißig! Zumindest irgendwie… denn von Samstag bis Montag habe ich mich endlich mal drei aktuellen Kinofilmen gewidmet.

Lego2.jpg
© Warner Bros. GmbH

The Lego Movie 2

Der erste Lego-Film kam damals ziemlich gut an und glänzte vor allem mit dem speziellen Humor, der eher für Erwachsene geeignet ist, dem tollen Lego-Look, liebenswerten Figuren und einer spaßigen Metaebene. Ich war wirklich skeptisch, ob Warner nochmal so ein Glücksgriff gelingt und sie eine passende Meta-Story liefern können. Aber… sie können! Alles was ich am ersten Lego Teil sehr mochte mag ich auch im zweiten Teil wieder sehr. Vor allem finde ich die Metaebene hier sogar noch gelungener als im ersten Film. Mehr möchte ich aber gar nicht verraten! Denn die Story trägt zwar locker den ganzen Film ist aber nicht sonderlich überraschend. Das macht aber überhaupt gar nichts, denn der Weg ist das Ziel und die wichtigsten Figuren machen nachvollziehbare Entwicklungen durch. Im Zentrum steht sowieso ganz klar der Unterhaltungsfaktor. Und die Gagdichte ist sowas von hoch! Und beinahe jeder Witz zündet – jedenfalls bei mir.
Kinder können den Film zwar wie gewöhnt völlig gefahrlos schauen aber der popkulturell bewanderte Erwachsene wird weit mehr Spaß haben. Dafür sorgen die wirklich unzähligen Referenzen an andere Filme, an Comics, Romane und aktuelles Weltgeschehen. Die Referenzen sind dabei unterschiedlichster Natur. Mal ein visuelles Zitat, mal direkte Anspielungen auf etwa die verschiedenen Batman Darsteller oder hin und wieder auch richtig nischige Details wie Verweise auf Geschehnisse in aktuelleren Batman Comics. Der zweite Erfolgsfaktor neben dem Humor ist wieder die Optik des Films. Anders als beispielsweise bei Lego Ninjago ist wieder alles aus Legosteinen (also auch Feuer, Wasser, Erde, Sand und so weiter). Und alleine die Liebe zum Detail die hier drin steckt sorgt dafür, dass man sich gar nicht sattsehen kann.
The Lego Movie 2 ist richtig tolles Unterhaltungskino für Kinder und die größeren Kinder, die mit ihnen ins Lichtspielhaus gehen. Wer als Kind mit Lego gebaut und gespielt hat und auch noch auf den manchmal sehr cleveren manchmal sehr stumpfen Lego-Witz steht, der wird diesen Film lieben.

Alita_Poster
© Fox Deutschland

Alita: Battle Angel

Andere saßen am Sonntagnachmittag in der Sonne. Ich saß stattdessen im Kinosessel und habe Alita: Battle Angel gesehen. Zu meinem „Glück“ kenne ich den Manga bislang nicht und konnte dem Film unvoreingenommen und ohne besondere Erwartungen begegnen. Ob es sich gelohnt hat? Jein!
Das wichtigste gleich zu Beginn: Alita ist kein schlechter Film. Leider aber auch kein wirklich guter. Durch seine Schwächen und Unzulänglichkeiten versinkt er vollkommen im Mittelmaß. Die Grundsätzliche Story ist zwar ziemlich vorhersehbar und nur mäßig spannend aber im Großen und Ganzen okay. Das Problem ist eher, dass ihr zum einen jeglicher Tiefgang fehlt und sich der Film zum anderen Hollywood-like zu sehr auf die Beziehung von Alita und ihrem Loveinterest Hugo fokussiert. Prinzipiell hätte ich da gar nichts gegen, denn Alita ist als verliebte Teenagerin eigentlich ganz süß und trotz ihres Cyborgkörpers mit den übergroßen Augen sehr nahbar und menschlich. Nur leider ist Hugo von Anfang an ziemlich unsympatisch und etwa bei der Hälfte des Films wird die Grenze zum Kitsch überschritten. Als Alita bereit ist… sagen wir ihr Herz zu verschenken ist das schon ziemlich cringy. Das eigentliche Problem ist jedoch, dass sich der Film dadurch wie jeder andere generische Jugendbuchfilm anfühlt. Auch die Erzählstruktur unterstreicht dies. So hat man leider alles schonmal in besser gesehen.
Das bezieht sich übrigens nicht auf die Optik des Films, die ist trotz oder vielleicht auch grade wegen des manchmal etwas künstlichen Looks durchaus stimmig. Aber genau das ist ein Problem: Hier haben wir typischen seichten Jugendbuchfilm im oberflächlichen Cyberpunkgewand, das sich lediglich in der Optik niederschlägt. Tiefgang in Form philosophischer oder psychologischer Fragen und Betrachtungen sucht man völlig vergebens. Typische Themen wie der Konflikt oder auch die Koexistenz von Mensch und Maschine, die Frage nach dem Menschsein oder psychologische Folgen der Cyborgisierung werden völlig außer Acht gelassen. Doch grade, wenn man sich die teils vollkommen unmenschlichen Körper mit menschlichem Gehirn anschaut sollte klar sein: Das kann unmöglich mit dem eigenen Selbstbild und Körpergefühl zusammenpassen! Schade, mit solchem Tiefgang hätte Alita nämlich tatsächlich ein guter Film werden können. So ist er jetzt leider nur noch seichte Popcornunterhaltung die nicht langweilt aber eben auch nicht zu begeistern vermag. Wenn von euch jemand den Manga gelesen hat kann sie oder er mir ja vielleicht einen Kommentar hinterlassen und mich aufklären ob der Manga weitaus mehr Tiefgang zu bieten hat. Interesse hätte der Film prinzipiell dann nämlich doch geweckt!

Ralph2.jpg
© Walt Disney Germany

Chaos im Netz

Während andere Menschen am gestrigen Montag bereits wieder arbeiten mussten konnte ich mir den Wochenstart mit Burger und Chaos im Netz versüßen!
Sechs Jahre ist der erste Chaostrip von Wreck it Ralph und Vanellope von Schweetz nun schon her und es ist Langeweile in der Spielhalle eingekehrt. Doch spätestens als der alte Arcadeschuppen ans Internet angeschlossen und Vanellopes Spielautomat beschädigt wird bahnt sich das nächste große Abenteuer an! Die beiden Brechen auf um das Ersatzteil für den Automaten auf Ebay zu ergattern, das sich der Spielhallenbetreiber schlicht nicht leisten kann. Die beiden stürzen sich ins Internet und es kommt wie es kommen musste: Ralph wird zum Influencer und stiftet Chaos im Netz.
Wer schon den ersten Teil Ralph reichts mochte der wird auch den zweiten Teil der gelungenen Familienunterhaltung mögen. Dieses Mal widmet sich der Film weniger den alten Spielhallenklassikern sondern viel mehr dem modernen Internet wie wir es heute kennen. Inklusive absurden Youtube-Trends, Tweet-Lawinen, Trollen, Viren und allerhand anderem toxischen Online-Verhalten. Chaos im Netz ist also unbedingt als Portrait der heutigen Zeit und Online Kultur zu verstehen. Außerdem erklärt er ganz nebenbei ziemlich anschaulich und irgendwie putzig wie das Internet auf verschiedenen Ebenen funktioniert. Das ist clever und absolut witzig! Gleichzeitig erzählt er aber auch eine kindgerechte Geschichte über Freundschaft sowie Ziele und Wünsche im Leben. Es ist und bleibt eben Disney und damit Unterhaltung für die ganze Familie. Wobei die unterschiedlichen Generationen völlig andere Dinge aus dem Film mitnehmen können. Als besonderes Schmankerl für die Erwachsenen setzt sich Disney auch mit sich selbst fast schon kritisch auseinander. Etwa dann wenn der Film sich sehr humorvoll mit dem Phänomen Disney-Prinzessin auseinandersetzt ist das zu köstlich und mein Highlight des Films. Gutes Familienkino, mit dem Kinder meiner Einschätzung nach wahrscheinlich mehr Spaß als mit dem Lego Film haben dürften, weil der stärker von seinen Referenzen lebt und Chaos im Netz eine für Kinder wertvollere Geschichte liefert.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s