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Alice Matheson Bd. 2 Cover. (Quelle: Splitter Verlag)

Comic: Alice Matheson Bd. 2: Der Killer in mir
Autor: Jean-Luc Istin
Zeichner: Zivorad Radivojević
Verlag: Splitter Verlag
Seiten: 48
Lesezeit: ca. 45-60 Minuten
Format: 324mm x 231mm x 9mm
Erschienen: 01.09.2016
Preis: 14,80€
Leseprobe Band 1: Comic.de

Handlung

Nach einer kurzen Rückblende setzt Band 2 direkt am Ende des ersten Bands an. Alice hat grade eine Patientin getötet und testet die Wirkung von Betäubungsmittel auf die Verwandlung in einen Zombie als sie von ihrer Kollegin Samantha Payne überrascht wird. Da ihre Erklärungsversuche scheitern muss Alice die Krankenschwester erstmal für ein paar Stunden aus dem Verkehr ziehen und sich eine Lösung für dieses Problem überlegen, denn Skinner, der Leiter des Krankenhauses, ist ihren Morden ohnehin schon auf der Spur… Auch Frauenheld Dr. Barry will einfach nicht lockerlassen. Zu allem Überfluss kommen immer mehr verletzte Menschen mit Bisswunden ins Krankenhaus. Ein besonders verlotterter Patient scheint Alice von früher zu kennen und interessiert sich für ihren Geschmack etwas zu sehr für ihre Identität. Zu guter Letzt will Inspektor Kitson vom Scotland Yard Alice dann auch noch vernehmen. Langsam wird es immer schwieriger für Alice ihrer Passion als Todesengel nachzugehen.

Kurzreview

Die Mischung aus Dexter, Krankenhaus-Soap und Fear the Walking Dead (die Epidemie bricht ja grade erst aus…) geht nun in die zweite Runde und legt ordentlich an Spannung zu. Standen in Band 1 noch die Zombies relativ stark im Vordergrund so konzentriert sich der zweite Band stärker auf Alice und ihre Probleme mit der übrigen Krankenhausbelegschaft. Die Zombieseuche bildet in diesem Band nur den Rahmen und ist immer zu spüren, aber nicht mehr das zentrale Element. Man könnte sagen der „Dexter Aspekt“ steht stärker im Vordergrund und die Zombies sind nur eine weitere Zutat. Das ist absolut Schmackhaft!
Vor dem Hintergrund der drohenden Zombieapokalypse sind ihre Kollegen und Vorgesetzten Aliceses größeres Problem. Das bringt frischen Wind ins Zombie-Genre. Dass der Mensch auch im Zombiesetting die größte Bedrohung für Leib und Leben ist, ist nichts Neues. Hier ist die Bedrohung aber eine ganz andere, denn Alice hat alle Hände voll damit zu tun nicht aufzufliegen. Das macht die Geschichte interessant und spannend und hebt sie zudem vom Zombie-Einheitsbrei ab. Natürlich wird aber auch weiter der Frage nachgegangen, was der Auslöser der Zombifizierung ist. Ich möchte an dieser Stelle nicht Spoilern, kann aber sagen, dass alles darauf hindeutet, dass der Leser am Ende der Serie aufgeklärt wird, was es mit den Zombies auf sich hat. Die ersten Hinweise gefallen mir schon einmal ganz gut, da sich eine andere Quelle als das übliche Virus andeutet. Auch die Tatsache, dass Alice sich nicht an ihr Leben vor ihrer Adoption durch die Mathesons erinnern kann, gewinnt an Bedeutung und wird die Protagonistin in den Fortsetzungen wohl mit mehr Hintergrund unterfüttern. Die Suche nach ihrer ursprünglichen Identität als Subplot wird in diesem Band gefestigt. Das macht einen guten Eindruck und Lust auf mehr.
Autor Jean-Luc Istin arbeitet bei seiner Serie mit verschiedenen Zeichnern zusammen. So ist nun der zweite Band nicht mehr von Philippe Vandaële sondern von Zeichner Zivorad Radivojević illustriert worden. Am optischen Stil hat sich aber nichts verändert. Das könnte am gleich gebliebenen Coloristen Jean Bastide liegen. Also bleibt auch farblich alles wie gehabt in kühlen grün- und blaustichigen etwas blassen Farben aber tiefschwarzen Schatten. So ist der Look auch weiterhin sehr filmisch und sieht großartig und vor allem sehr stimmungsvoll aus. Auch bei der sehr schönen großformatigen Gestaltung seitens des Splitter Verlags hat sich fast nichts verändert. Nur das Papier der Innenseiten scheint gefühlt ein kleines bisschen glatter und seidiger zu sein. Nach wie vor sind der optische und haptische Gesamteindruck wieder großartig.

Fazit

Mit Band 2 gelingt es der Serie sich mit ihrer Mischung aus Dexter, Fear the Walking Dead und Krankenhaus-Soap deutlich vom Zombie-Einheitsbrei abzuheben. Es tut der Serie verdammt gut, dass sie sich mit dem zweiten Band mehr auf ihren Hauptcharakter Alice fokussiert und das Zombiesetting ein wenig in den Hintergrund rückt. Der „Dexter-Aspekt“ ist nun deutlich präsenter und sorgt für hohe Spannung. Zudem leitet „der Killer in mir“ den neuen hoffentlich spannenden Subplot um das Geheimnis von Mathesons wahrer Identität ein.

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